In einer Schule mit 800 Schülern wurde eine Umfrage zur Nutzung sozialer Medien durchgeführt. 60% der Schüler nutzen täglich soziale Medien. Von denen, die täglich soziale Medien nutzen, haben 75% ein Smartphone. Von den Schülern, die nicht täglich soziale Medien nutzen, haben 40% ein Smartphone.
Ereignisse:
S: Schüler nutzt täglich soziale Medien
H: Schüler hat ein Smartphone
a) Erstellen Sie eine Vierfeldertafel mit absoluten Häufigkeiten.
b) Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig ausgewählter Schüler ein Smartphone hat.
c) Ein Schüler hat ein Smartphone. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er täglich soziale Medien nutzt?
d) Untersuchen Sie, ob die Ereignisse S und H stochastisch unabhängig sind.
Musterlösung
a) Vierfeldertafel mit absoluten Häufigkeiten:
Berechnungen:
Schüler mit täglicher Nutzung: 0,6⋅800=480
Schüler ohne tägliche Nutzung: 0,4⋅800=320
Tägliche Nutzung + Smartphone: 0,75⋅480=360
Tägliche Nutzung + kein Smartphone: 480−360=120
Keine tägliche Nutzung + Smartphone: 0,4⋅320=128
Keine tägliche Nutzung + kein Smartphone: 320−128=192
Untersuchen Sie, ob die folgenden Aussagen immer gelten, nie stimmen oder nur in bestimmten Fällen richtig sind. Geben Sie gegebenenfalls die Bedingung an oder ein Gegenbeispiel.
a) Für zwei Ereignisse E und F gilt: P(E∪F)=P(E)+P(F)
b) Wenn PE(F)=P(F), dann sind E und F stochastisch unabhängig.
c) Für zwei Ereignisse gilt: P(E∩F)≤P(E)
Musterlösung
a) Nur in bestimmten Fällen richtig
Die Aussage gilt nur, wenn E und Fdisjunkt sind, also E∩F={}.
Allgemein gilt: P(E∪F)=P(E)+P(F)−P(E∩F)
Gegenbeispiel: Würfelwurf, E={1,2,3}, F={2,3,4}
P(E)=1/2, P(F)=1/2
P(E∪F)=P({1,2,3,4})=2/3=1=P(E)+P(F)
b) Nur in bestimmten Fällen richtig
Die Bedingung PE(F)=P(F) ist notwendig für Unabhängigkeit, aber nicht hinreichend.
Für vollständige Unabhängigkeit muss auch gelten: PF(E)=P(E) bzw. P(E∩F)=P(E)⋅P(F)
Bei P(E)=0 oder P(F)=0 sind die Ereignisse per Definition unabhängig.
c) Immer richtig
Da E∩F⊆E, gilt immer P(E∩F)≤P(E).
Die Schnittmenge kann nicht wahrscheinlicher sein als die Menge selbst.
Ein Glücksrad ist in n gleich große Sektoren unterteilt. Davon sind m Sektoren rot und die restlichen n−m Sektoren blau gefärbt (mit 0<m<n). Das Rad wird zweimal gedreht.
a) Geben Sie die Ergebnismenge des Zufallsexperiments an.
b) Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass beide Drehungen die Farbe Rot ergeben, in Abhängigkeit von n und m.
c) Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass beide Drehungen dieselbe Farbe ergeben, in Abhängigkeit von n und m.
d) Untersuchen Sie die Ereignisse A: "Rot nur in der ersten Drehnung" und B: "Rot nur in der zweiten Drehnung" auf stochastische Unabhängigkeit.
Musterlösung
a) Ergebnismenge:
S={RR,RB,BR,BB}
wobei R für Rot und B für Blau steht.
b) Wahrscheinlichkeit für zwei Mal Rot:
Die Wahrscheinlichkeit bei einer Drehung Rot zu erhalten ist P(R)=nm.
Da die Drehungen unabhängig sind:
P(RR)=P(R)⋅P(R)=nm⋅nm=n2m2
c) Wahrscheinlichkeit für gleiche Farben:
P(gleiche Farbe)=P(RR)+P(BB)=n2m2+n2(n−m)2
d) Test auf Unabhängigkeit:
P(A)P(B)P(A∩B)P(A)⋅P(B)=P(RB)=nm⋅nn−m=n2m(n−m)=P(BR)=nn−m⋅nm=n2m(n−m)=0 (da beide Ereignisse sich gegenseitig ausschließen)=(n2m(n−m))2=n4m2(n−m)2=0
Da P(A∩B)=P(A)⋅P(B), sind die Ereignisse stochastisch abhängig.